Mit Hubert Chojniak, Luca Kühl, Lea Mergell
ab 14 Jahren
„Sie werden verstehen, dass alles wahnsinnig schnell ging.“
Im April 2025 hat in Oldenburg ein Polizist einen 21-jährigen Schwarzen mit Schüssen von hinten getötet. Gegen den Polizisten ist ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts des Totschlags eingeleitet worden – das ist in solchen Fällen Routine. Der Tod des jungen Mannes machte viele Menschen betroffen und warf Fragen auf: War es der Polizei nicht möglich ohne Waffengewalt zu agieren? Wie bedrohlich war die Situation wirklich? Spielte die Hautfarbe eine Rolle für die massive Gewaltanwendung? Bereits 2017 schrieb der niederländische Theaterautor Kees Roorda zu diesem Thema ein brisantes Jugendstück: Rishi, ein Jugendlicher mit Migrationshintergrund, wird in Den Haag von einem Polizisten erschossen. Das Gericht befindet das Handeln des Polizisten für angemessen, denn im Polizeigesetz steht, dass ein Polizeibeamter Gewalt anwenden darf, wenn diese, in Abwägung der Risiken, gerechtfertigt ist und das Ziel nicht auf andere Weise erreicht werden kann. Das Verfahren wird eingestellt. An dieser Stelle fängt das auf wahren Begebenheiten beruhende Stück erst an und beleuchtet den Tathergang aus über zwanzig verschiedenen Perspektiven. Wie bei einer Anhörung vor Gericht kommen Zeuginnen und Zeugen, Kollegen des Polizisten, Freunde und Angehörige des Opfers zu Wort und formulieren ihre individuelle Sicht auf den Fall. Die Wahrheitsfindung ist kompliziert und letzten Endes bleibt es dem Publikum selbst überlassen, die Verlässlichkeit und den Wahrheitsgehalt der unterschiedlichen Aussagen zu beurteilen.