ALLES, WAS WIR WISSEN KONNTEN (UA)

Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman von Ariella Kornmehl

 

Beschreibung

Das „Wissen“ innerhalb von Familien ist oft ein wandelbares Geflecht aus Erinnertem, Erzähltem, Verschwiegenem und Unsagbarem. Das, was man weiß, stammt aus dem, was gesagt werden konnte. Gut 65 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges erfährt die Enkeltochter die verborgene Tragik im Leben ihrer Großmutter Jet auf deren Sterbebett. Jet hatte als verfolgte Jüdin den Krieg in den Niederlanden in einem Versteck überlebt. Ihre Eltern wurden im Konzentrationslager ermordet. Ihre ganze Liebe galt danach ihrer Tochter und ihrer Enkelin – und Edgar Degas‘ Gemälde einer Tänzerin mit Augen, „die alles gesehen hatten“. Doch dass noch ein Sohn der Großmutter und damit ein Bruder und Onkel samt Familie in Amerika lebt, wusste niemand. Es durfte niemand wissen, denn der Vater von Jets heimlichem Sohn war ein Nazi. Das Schauspiel setzt aus einem dichten Geflecht aus Liebe, Lügen und Geheimnissen, die über mehrere Generationen unaufgedeckt blieben, eine Familiengeschichte neu zusammen – und zeigt, wie tief die Vergangenheit in der Gegenwart wurzelt.


Ariella Kornmehl, die derzeitige Stadtschreiberin von Bergen, kommt aus Amsterdam, sie ist Jüdin und hat einen biographischen Roman über den Graubereich zwischen Tätern und Opfern des Holocaust geschrieben, der bis in die heutigen Generationen über religiöse und nationale Grenzen hinweg nachwirkt. Vor dem Hintergrund des 75jährigen Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen folgt das Theater Kornmehls Blick auf das „Leben danach“ – um eine Geschichte über das Leben zu erzählen, die 1940 ihren Anfang nahm.

 

Premiere: 17.04.2020

 

Diese Seite empfehlen