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Beschreibung

Celler Loch? War das nicht dieser merkwürdige Skandal Ende der 70er? Doch wer kennt noch die Details jener geheimdienstlichen Realsatire, die in der Nacht zum 25. Juli 1978 krachend in Szene gesetzt wurde. Produzent dieses Bomben-Schauspiels war der Niedersächsische Verfassungsschutz, unter tätiger Mithilfe der Anti-Terror-Einheit GSG9. Der Sachschaden hielt sich in Grenzen – doch die Enttarnung sprengte Jahre später ein großes Loch ins Staatsvertrauen. Erst ließen fake news die Öffentlichkeit glauben, Terroristen wollten einen in Celle inhaftierten Terroristen befreien. Tatsächlich lief die Story aber ganz anders: Der Staat hatte Häftlinge als V-Leute engagiert, um diese „Spielertruppe“ in terroristische Kreise einzuschleusen. Doch dazu musste ihnen erst ein „glaubwürdiges Rollenprofil“ verschafft werden. Es wurden die Aktionen „Neuland“ und „Feuerzauber“ produziert und angetäuschte Straftaten in Szene gesetzt. Was als Filmdrehbuch für die Blues Brothers sicherlich durchgegangen wäre, fand als Realsatire aber nur geteilten Beifall. Denn ein Journalist enttarnte dieses Theater, ein Untersuchungsausschuss im Landtag rekonstruierte den Irrsinn und warf die bis heute brisante Frage auf, wie es sein kann, dass V-Leute zu Straftaten anstiften und damit selber Nachrichten produzieren. Zumal diese V-Leute während ihres nachrichtendienstlichen Engagements noch das ein oder andere Ding drehten, was die Verfassungsschützer zusätzlich ins Schwitzen brachte …

 

Moritz Hempel alias Mutz mit seiner Band und Schauspieler*innen des Schlosstheaters präsentieren als Celler Knastband dieses aberwitzige Schauspiel vom CELLER LOCH in einer ganz eigenen Version mit dem Soundtrack der 70er und 80er Jahre. Dabei schlüpfen sie ebenso wendig wie ihre Vorbilder in die Rollen von V-Leuten, Verfassungsschützern, Politikern, Beamten und weiteren Aktivist*innen.

 

Wie heißt es so schön? Der Witz ist das Loch, aus dem die Wahrheit pfeift.

 

Premiere: 22.03.2019 | Schlosstheater

Dauer: ca. 2:30 h (inkl. einer Pause)

Einführung: 30 Min. vor Vorstellungsbeginn (Raum 141, Foyer-Ebene)

 

Pressestimmen:

 

Die Cellesche Zeitung schreibt: "Premiere mit Standing Ovations ... Das CELLER LOCH thematisiert die politischen und juristischen Probleme der "wehrhaften Demokratie", wenn sie eigene Rechtsbrüche zulässt oder provoziert. Das Theaterstück ist vielleicht etwas musiklastig gestaltet, aber das ist auch seine Stärke: Das Publikum fühlte sich durch die Band und ihre Sänger bestens unterhalten." Die vollständige Premierenkritik von Peter Bierschwale finden Sie hier.

 

 

Besetzung

Mit
Anne Diemer
Verena Saake
Dirk Böther
Felix Lüke
Thomas Wenzel
Band
Moritz Hempel
Tobias Burmeister
Lukas Katzmann
Tony Mulkes
Sören Schmidt
Regie
Andreas Döring
Bühne und Kostüm
Anne Manss
Dramaturgie
Mona vom Dahl
Regieassistenz
Simon Klösener

 

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