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Beschreibung

Die Marquise von O....,Tochter des Kommandanten, wurde bei der Eroberung ihrer Heimatstadt von mehreren Soldaten bedroht. Ein Offizier habe sie gerettet, dann sei sie in Ohnmacht gefallen. Als sie Wochen später feststellt, dass sie schwanger ist, weiß sie nicht, von wem. Eine Frau wurde vergewaltigt und kann sich an nichts erinnern. Nicht nur das quälende Wie?, Wann?, Wer? wird zur Tortur. Denn sie wird von ihrer eigenen Familie verstoßen für ein Verbrechen, das an ihr begangen wurde. Erst als die Marquise eine Anzeige in die Zeitung setzt, um den Kindsvater zu finden, legen die Bruchstücke ihrer Erinnerungen das Vergangene nach und nach frei und durchbrechen die Decke jahrelangen Schweigens und der Lügen. Zum Vorschein tritt eine Tat. Der rettende „Engel“ wird zum „Teufel“. Kleists Geschichte zeigt die Anstrengung, die erforderlich ist, um die Abgründigkeit zu überwinden und geordnete Verhältnisse wiederherzustellen. Die Welt ist eine gebrechliche Einrichtung. Ist DIE MARQUISE VON O.... damit die Geschichte einer weiblichen Emanzipation oder nur eine weitere Folge gewalttätiger Maskulinität? Diese Produktion möchte den Blick darauf werfen, was zwischen, mit und in den Menschen geschieht, wenn das Ungeheuerliche Macht erlangt.

 

Premiere am 17.09.2022

 

 

Besetzung

Die Marquise von O.
Pia Noll
Regie
Judith Loeffen
Bühne und Kostüm
Team
Dramaturgie
Ella Anschein
Regieassistenz und Abendspielleitung
Kathrin Schobel