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Beschreibung

Aufgrund der Erfahrung der Spanischen Grippe und des Weltkriegs schrieb Karel Čapek 1937 eine visionäre Utopie. Eine Pandemie wird zum Stresstest für die Gesellschaft. Das Schlosstheater überschreibt Čapeks Stück, überträgt die Grundsituationen in die Gegenwart und öffnet es für aktuelle Diskurse.

Im Land wütet eine tödliche Seuche. Einzig die unbekannte Ärztin Dr. Galén behauptet, sie heilen zu können. Prof. Sigelius zweifelt die Erkenntnisse zwar an, erlaubt der Kollegin aber dennoch, die Heilmethode in ihrer staatlichen Klinik zu erproben. Die Anwendung hat Erfolg, doch will Dr. Galén ihre Formel nur unter einer Bedingung öffentlich machen: Die Regierungen sollen weltweit Frieden und Abrüstung garantieren. Sigelius hält dies für unverantwortlich, Heilung müsse für alle zugänglich und bedingungslos sein. Folgerichtig entlässt sie die Ärztin. Als die Regierenden selbst erkranken, wird Dr. Galén neuerlich zur Hilfe gerufen. Doch sie bleibt bei ihrer Forderung. Eine öffentliche Debatte über Moral, staatliche Repression und deren Legitimität beginnt. In dieser vertreten die Figuren des Stücks exemplarisch die Positionen der Medizin, der Wissenschaft, der Medien und der Politik. Über alle sachlichen Differenzen hinweg erkennen sie, dass sich das gesellschaftliche Miteinander nur gemeinsam erneuern lässt.

 

„Wenn die Angst weiter um sich greift, werden noch mehr Menschen mit Einfluss zur Vernunft kommen.“

 

Premiere am 23. September 2021

ca. 80 Minuten ohne Pause

ca. 120 Minuten zzgl. Pause

Besetzung

Dr. Galen
Bérénice Brause
Journalistin
Pia Noll
Dr. Sigelius
Verena Saake
Oberarzt, später Staatssekretär
Dirk Böther
Regie
Tim Egloff
Bühne und Kostüm
Sabina Moncys
Dramaturgie
Moritz Peters
Regieassistenz
Marléne Jeffré