NUR NICHT SCHWEIGEN – Lesung zum 9. November

Der Schriftsteller Amos Oz empfahl vor rund dreißig Jahren in seiner Friedenspreisrede, „die Vergangenheit als Baumaterial für die Zukunft“ zu verwenden. In diesem Sinne wollten wir zum 9. November 2020 in der HALLE 19 den Geschichtsraum öffnen und die Ambivalenz dieses Datums mit ausgewählten Texten in Erinnerung rufen. Die „theatrale Installation“ sollte im Gestern ihren Ausgang nehmen und uns – in Form einer offenen Gesprächsrunde – in die Gegenwart führen. Sie sollte uns bewusst machen, dass Demokratie kein Selbstläufer ist, dass sie verteidigt, lebendig gehalten und gemeinschaftlich gestaltet werden muss. In Zeiten, in denen ein Präsident den in freier und geheimer Wahl vollzogenen Regierungswechsel ignoriert, Rassismus und Antisemitismus offen zur Schau gestellt werden und persönliche Freiheitsansprüche eine für alle wirksame Freiheitsordnung unterlaufen, ist nicht nur Rede- sondern auch Handlungsbedarf. Mit den Mitteln des Theaters stehen wir für Vielstimmigkeit, den Wettstreit der Ansichten und Argumente und für menschliche Solidarität. Da wir uns persönlich nicht begegnen können, laden wir Sie heute zu einer „digitalen Installation“ ein und bieten Ihnen einen Teil des geplanten Programms im Video-Format an. 

Die Auszüge werden gelesen von Moritz Peters, Andrea Hoffmann, Matthias Schubert und Andreas Döring.

Auszug aus GEGEN DEN HASS von Carolin Emcke

Auszug aus HALTUNG von Mely Kiyak

Auszug aus FRIEDEN UND LIEBE UND KOMPROMISS von Amos Oz

Auszug aus SCHWEIGEN von Roland Jahn, aus WIR ANGEPASSTEN